Haider und die „demokratische Öffentlichkeit“

Sendungsgestaltung: Robert Zöchling
Haider und die „demokratische Öffentlichkeit“

Context XXI Radiosendung Nr. 16

Herbert Auinger präsentierte am 27. September im Wiener Café 7-stern sein Buch Haider — Nachrede auf einen bürgerlichen Politiker. Er las bei dieser Gelegenheit nicht, wie es allenthalben üblich ist, Passagen aus seinem Buch vor, sondern präsentierte gewissermaßen in Ergänzung dazu ein Exempel des Umgangs der „demokratischen Öffentlichkeit“ mit Haider.

Was müssen wir über die aufklärerische Funktion der, wenn man so will: „etablierten“, Medien wissen? Sie haben keine, weshalb es Haider selbst überlassen bleibt, uns über sich aufzuklären:

Das letzte Beispiel dafür hat sich am 4. Juli abgespielt im ORF, leider zu spät, um ins Buch aufgenommen zu werden. Aber trotzdem: eine komprimierte Darstellung dessen, wie diese armselige Auseinandersetzung mit diesen Vorwürfen oder Unsicherheiten oder Vernaderungen vonstatten geht, wo es also darum geht, den Haider ins rechte oder faschistische oder wenigstens ins faschistoide Eck zu rücken. Die Geschichte ist die: Da war im Report ein Interview mit Haider von einer gewissen Gisela Hopfmüller, ORF-Journalistin. Das ganze hat eine kleine Vorgeschichte, die besteht darin, daß im Zuge der Überlegungen der jetzigen Koalition das neue Sparpaket betreffend von freiheitlicher Seite der Vorschlag gekommen ist, die Arbeitszeit für Lehrer um eine Stunde auszudehnen. Das läuft auf eine Lohnsenkung von circa 5 Prozent hinaus, nehme ich einmal an, durchschnittlich. Die Personalvertreter haben das gemacht, was die halt in so einer Situation tun — die haben dagegen protestiert und sind daraufhin vom Haider als Parasiten vernadert worden. Das ist sozusagen die Ausgangslage. „Parasit“ — ein beliebter Vergleich aus dem Tierreich oder Pflanzenreich, wie wir wissen: Das ist ein Organismus, der sich von einem anderen ernährt und den anderen dadurch zugrunde richtet.

Das war der Ausgangspunkt von dem Interview und die Journalistin, die Frau Hopfmüller, die legt jetzt folgendermaßen los — Hopfmüller fragt:

Wie glauben Sie wirkt das auf die drei Weisen, wenn Sie immer wieder Menschen oder Menschengruppen als Parasiten bezeichnen, denn sie haben das ja unlängst in Bezug auf Personalvertreter der Lehrer getan? Ich habe heute ein bißchen nachgelesen — es war ja nicht das erste Mal, daß Sie dieses Wort verwendet haben: 1992 waren es Kulturschaffende, die Subventionen bekommen, 1995 waren es Teile der Steuerzahler, 1997 Teile der Sozialhilfeempfänger, 1998 haben Gewerkschafter diese Bezeichnung ausgefaßt. Was glauben Sie, wie das wirkt auf die drei Weisen?

Sagt der Haider drauf:

Na die drei Weisen, wenn sie wirklich weise sind wissen sie, daß wir heute in einer politisch korrekten Gesellschaft leben, in der offenbar einige von links den Ton angeben wollen und Denkverbote aufstellen ...

„Denkverbote“, da hat ihn dann die Hopfmüller unterbrochen mit folgendem, schwerem Satz:

Man kann ja auch Kritik üben, ohne diese Diktion zu verwenden, die seinerzeit Goebbels verwendet hat.

Jetzt ist die Bezeichnung Parasit natürlich eine harte Geschichte, weil mit der Klassifizierung ist ja, meine ich, auch der Umgang festgelegt. Man kann ja nicht zur Tagesordnung übergehen, man kann ja nicht sagen „Sie sind ein Parasit, gehen wir einen Kaffee trinken“. Also wenn jemand als Parasit identifiziert wird, dann heißt das er ist zu bekämpfen, der ist vielleicht auch zu eliminieren — je nachdem, um welche Parasitensorte es sich handelt, mit dem verbietet sich jeder normale Umgang. Das ist, das hat die Hopfmüller richtig gesehen, durchaus nichts Neues. Die FPÖ ist ja durchaus öfter dabei, Leute oder Funktionsvertreter oder politische Gegner als Schädlinge zu bezeichnen und sich selbst als Schädlingsbekämpfungsmittel. Das liegt also auf der Linie: Es gibt Schädlinge und die gehören also bekämpft. Wodurch sich einer als Parasit qualifiziert, ist ebenfalls herausgekommen: Das waren Personalvertreter im aktuellen Fall, kurz vorher auch Gewerkschafter und im übrigen Leute, die vom Staat Geld kriegen — Künstler oder Sozialfälle. Wenn man Interessenvertreter als Parasiten hinstellt, ist aber auch damit klargestellt, daß das Anliegen, das die vorbringen, für das die stehen, total ins Unrecht gesetzt wird: Mit denen gibt es nichts zu verhandeln, das ist nicht kompromißfähig — mit einem Parasiten, der einen Volkskörper zerstört, kann man sich im Prinzip nicht friedlich einigen, würde ich einmal sagen, oberflächlich, aufgrund dieser Klassifizierung. Und wer bisher geglaubt hat, in einer Demokratie ist es legitim, sich als Interessenvertreter zu artikulieren — im Rahmen der Gesetze natürlich, wie sich das gehört, und nach den in Österreich üblichen Prozeduren halt — der hat in dem Interview durchaus etwas dazulernen können: Es gibt, das erfährt man ja schon, Situationen, in denen ist das Interessenvertreten total zu unterbinden, da ist das nichts Legitimes mehr, sondern etwas Zerstörerisches und das gehört sich deswegen nicht und gehört halt dann abgewürgt oder irgendwie sonst erledigt.

Also das wäre durchaus ein Thema gewesen, meine ich, das der Hopfmüller hätte einfallen können: wie es denn heutzutage ausschaut mit der Berechtigung, Interessen gegenüber dem Staat zu vetreten, wenn der Staat ein Sparprogramm auflegt und welche wehren sich und werden im Gegenzug als Parasiten denunziert — das heißt ja: das ist in jeder Hinsicht und total illegitim. Das wären also durchaus, meine ich, mögliche Hinweise oder Kritikpunkte oder wenigstens Anmerkungen gewesen. Das ist alles nicht gekommen. Die Hopfmüller hat ein ganz anderes Problem gehabt: Ja was jetzt? Ist der Haider ein Faschist, ist er bloß ungeschickt, weil er immer diese Bezeichnungen verwendet? Sie geht also in ihren Vorbringungen davon aus, daß sie ihm vorwirft eine Bezeichnung zu verwenden, die man besser nicht verwendet, weil sie der Herr Goebbels auch schon verwendet hat. Jetzt ist das für sich genommen eine Kritik oder ein Einwand von einer unglaublichen Dürftigkeit weil das läuft ja darauf hinaus, daß Demokraten offenbar, so schließe ich daraus, das Selbe machen dürfen wie der Herr Goebbels aber sie sollen sich dabei höflicher ausdrücken. Sie sollen also, gerade wenn sie so etwas Ähnliches vor haben wie der Herr Goebbels, sich wenigstens verbal, in der Terminologie davon unterscheiden damit jeder merkt, daß es einen Unterschied gibt. Reden Sie bitte anders! Ob Sie das Selbe machen oder nicht machen — da will sie sich offenbar kein Urteil erlauben, aber man sollte in der Demokratie das Ganze höflicher bezeichnen. Und sogar das scharfe Argument bringt sie auch nicht einfach für sich, sondern sogar da muß sie ihrer Meinung nach das noch unterstützen, indem sie das Ausland ins Treffen führt — das waren die drei Weisen am Anfang: Die drei Weisen kommen, beobachten Österreich, und ausgerechnet in der Situation so etwas zu sagen — ist das nicht ungeschickt?

Wenn man es ernst nimmt, besteht für die Journalistin die Differenz zwischen Demokratie und Faschismus offenbar sehr weitgehend in der Ausdrucksweise, wie man über etwas redet. Auf die Sache selbst — Interessenvertreter als Parasiten — wollte sie sich ja nicht einlassen. So viel bisher. Das ist offenbar für eine informierte Journalistin, die nachgelesen hat, das, wodurch sich die heutigen Zustände von den damaligen unterscheiden. Na gut. Was macht der Haider? Der erteilt ihr eine korrekte Abfuhr, muß man ja schon fast sagen. Also Haider sagt folgendes auf diesen Vorwurf „Sie verwenden da eine Diktion, die der Goebbels auch schon verwendet hat“:

Mit Verlaub, also dieser Begriff ist nicht originär mit einer bestimmten Zeit verbunden, denn wahrscheinlich hat der Herr Goebbels auch einmal „guten Morgen“ gesagt oder „grüß Gott“ und dann müßten wir uns letztlich diesen durchaus katholischen Gruß in Österreich schön langsam verbieten. Man soll also mit diesen Dummheiten aufhören. Im Grunde genommen geht es darum, daß wir Freiheitlichen immer die Finger auf die wunden Stellen eines politischen Systems legen und es ist für mich einfach eine parasitäre Eigenschaft, wenn Personalvertreter, ob sie jetzt wichtig sind in der Öffentlichkeit oder nicht, für zwei Unterrichtsstunden, die sie halten, und dafür, daß sie freigestellt sind, 155.000,- Schilling im Monat kassieren. Was denkt sich da der kleine Volksschullehrer? Verstehen Sie, das sind die Dinge, gegen die ich wirklich ankämpfe, weil heute werden Überstundenleistungen eingeschränkt und gleichzeitig haben freigestellte Personalvertreter mit zwei Stunden Lehrverpflichtung die 155.000,- im Monat.

Das war seine Stellungnahme dazu und der Journalistin ist dazu oder dagegen oder darüber überhaupt nichts eingefallen — die hat dann das Thema gewechselt, die hat weitergemacht mit:

Was denkt sich der kleine Volksschullehrer, wenn Sie Ihre Volksbefragung ansetzen wollen, die hundert Millionen kostet?

Also die Geschichte mit „Parasit“, „Goebbels“ und so war erledigt — die hat halt dann das nächste Thema angesprochen, das sie wichtig gefunden hat.

Jetzt meine ich, muß man da auch die Sachen ein bißchen auseinanderklauben und durchaus getrennt würdigen. Die eine Geschichte, die hat es ja durchaus schon einmal in sich: Wenn man sagt, das Identifizieren von Parasiten ist sowieso nichts speziell Faschistisches — in seiner Diktion „dieser Begriff ist nicht originär mit einer bestimmten Zeit verbunden“, da mag er recht haben, weil auf Deutsch unter der Bezeichnung Schmarotzer gibt’s das selbe ja wirklich auch in der Demokratie bei mancher Gelegenheit. Also er sagt, das gehört zur politischen Normalität, das ist halt eine Aufgabe der Politik, daß sie Parasiten dingfest macht, damals wie heute, das hat er zwar nicht ausgesprochen, das ergibt sich aber für mich daraus: Da sieht man also, wie normal die damals waren, wenn die so eine wichtige Staatsfunktion wie Parasitenjagen auch schon erledigt haben im Dritten Reich. Und die nachgeschobene Begründung, die hat es auch in sich: „Wahrscheinlich hat der Herr Goebbels auch einmal ‚guten Morgen‘ gesagt oder ‚grüß Gott‘“. Das heißt er hält sich gar nicht lange beim Parasiten auf und möchte seine Behauptung beweisen, daß das nichts speziell Faschistisches ist und daher einem Demokraten nicht vorgeworfen werden kann, sondern die Beweisführung geht ein wenig hintenherum: Er äußert es nicht am Parasiten, sondern er sagt: Neben dem, daß die damals Parasiten identifiziert haben, haben sie auch noch Höflichkeit gepflogen, sie haben „grüß Gott“ gesagt, sie haben „guten Morgen“ gesagt.

Die gleiche Logik, die paßt ja dann wirklich auf alles. Da könnte man manches damit abhandeln, was der Haider nicht tut, was aber von der Logik her drinnen ist: zum Beispiel „Juda verrecke“ — na gut, mein Gott, das hat der Herr Goebbels zwar gesagt, aber nachdem er „grüß Gott“ auch gesagt hat — soll man’s ihm jetzt vorwerfen? Das macht der Haider nicht, da gibt’s auch Gründe dafür, daß er das nicht macht, die stehen auch in dem Buch drinnen. Aber rein von der Logik her: Wenn ich ernstlich sage — und das kommt so rüber, das „grüß Gott“-Sagen ist ein Argument, das soll etwas begründen, damit soll gesagt sein: Wenn einer diese Höflichkeitsformen einhält, dann muß man verflucht aufpassen, was man ihm sonst vorwirft, weil daß er „grüß Gott“ beherrscht zeigt ja, daß er nicht völlig daneben ist ... Also gut — ich meine, das Ganze hat es in sich.

Ja, dazu ist der Hopfmüller nichts mehr eingefallen und das ist, meine ich, durchaus charakteristisch für die ganze Trostlosigkeit dessen, was seit zehn, seit fünfzehn Jahren an Auseinandersetzung läuft: daß einerseits die „demokratische Öffentlichkeit“ davon ausgeht, daß es himmelweite, gewaltige Unterschiede zwischen Demokratie und Faschismus gibt und kaum stellt sich einer hin und bleibt stur dabei und sagt: nein, er sieht das nicht so, fällt der Demokratenstandpunkt in sich zusammen und es bleibt nichts übrig. Der Haider muß sich nur ein bißchen stur stellen und sagen: Und wenn schon, hat er halt Jagd auf Parasiten gemacht, was machts denn? Und dann fällt ihr nichts mehr ein.

Ich meine schon, daß es dafür einen Grund gibt — im weitesten Sinn: daß eben die Faschismusbewältigung dazu geführt hat, sich ein Feindbild zu basteln und das zur Demokratiepropaganda zu benutzen aber daß ein solides Urteil über die zwei Systeme, das über das Vorurteil, das eine sei schwarz, das andere weiß, hinausginge, einfach nicht vorhanden ist. Und wenn dieser Schwarz-Weiß-Konsens einmal durchbrochen wird, dann fällt den demokratischen Faschismusverächtern nicht viel ein. Das war bei der Beschäftigungspolitik so und das war auch bei anderen Gelegenheiten so, wo von Seiten der Haider-Kritiker eigentlich recht wenig an Argumenten gekommen ist — beziehungsweise ist immer genau das gekommen, was auch die Hopfmüller gesagt hat: Es gehört sich nicht, so daherzureden, weil damit könnte man — am schönsten wird es, wenn dann das Ausland auch noch dazu kommt — im Ausland unangenehm auffallen.

Ich will das jetzt nicht nur an der armen Frau Hopfmüller festmachen, sondern es ist ja üblich, daß das, was der Haider sagt, ziemlich genau registriert wird und zu einem richtigen Skandal hat es diesmal ja nicht gereicht. Da muß man wohl zur Kenntnis nehmen, daß der Rest der „Öffentlichkeit“, der das ja durchaus verfolgt und zur Kenntnis nimmt und kommentiert, das ungefähr so ähnlich sieht oder gesehen hat: Ja, ja — einerseits wäre es ganz gut, wenn man sich verbal vom Faschismus abgrenzt, wenn aber andererseits einer kommt und sagt, er hat das nicht vor, wenn der Haider richtiggehend brutaler wird als die Journalistin und sagt: Ich habe überhaupt keine Berühungsängste gegenüber dem Goebbels, weil der hat ja seine positiven Seiten auch gehabt („grüß Gott“, „guten Morgen“ wurden erwähnt), dann ist die Debatte aus, dann kommt nichts mehr. Daher wieder zurück zum Ausgangspunkt, erste Lektion, der Haider als Aufklärer: Demokraten gehen von einem abgrundtiefen Gegensatz aus und wenn einer ein bißchen unbequemer bleibt und sagt, den sieht er nicht oder den sieht er nicht dort, wo sie ihn gerne sehen würden oder den sieht er nicht so, dann kommt nix.

Man muß zwischen zwei Varianten der Befassung, der theoretischen Befassung mit dem Faschismus, unterscheiden: Die eine Variante — von mir überschrieben mit „Kritik des Faschismus“ — interessiert sich halt für die Sache, will wissen, was damals war, welche Kritik die faschistische Bewegung an der Demokratie gehabt hat, inwiefern sie damit etwas getroffen hat, warum sie erfolgreich war, wie sie sich dann den faschistischen Staat — nach welchen Gesichtspunkten — zurechtgezimmert hat, das fällt bei mir unter „Kritik des Faschismus“. Danach hat es aber meines Wissens kein großes Bedürfnis gegeben nach 1945. Was nach 1945 passiert ist, nennt sich zwar Antifaschismus — der korrekte Terminus heißt Vergangenheitsbewältigung und diese Vergangenheitsbewältigung hat einen anderen Zweck. Da geht es nicht darum, ganz banal einfach den Faschismus zu erklären damit man weiß, was es damit auf sich hat, und wenn man meint, das „is nix“ weiß man dann ja auch was man tun müßte, um dieses pathetische „Nie wieder!“ zu realisieren, sondern die Vergangenheitsbewältigung hat sich ein ganz anderes Problem gemacht, die ist ja zum Teil auch aufgenötigt worden und die Fragestellung der Vergangenheitsbewältigung geht einfach ganz anders — die geht nicht so wie „Was ist Faschismus?“ und aus, sondern die geht so: „Wie müssen wir, als zumindest politische Repräsentanten der Nachfolgestaaten des Dritten Reichs, oder auch wir als normale Angehörige dieser Nachfolgestaaten über den Faschismus daherreden, damit wir damit unser Ansehen vermehren, das uns ja gebührt“. Und die normale Verlaufsform, die geht halt ungefähr so, daß man den Faschismus so ungefähr als das absolute Böse — darunter tut’s es ja nicht — ausmalt und sich dann schuldbewußt dazu bekennt, da wäre man über die eigene Zugehörigkeit zur Nation irgendwie mit drin verwickelt gewesen und das täte einem furchtbar leid und es soll nie wieder vorkommen. Und daran, daß man das jetzt sagt, erkennt man, daß die jetzigen Staaten, die Demokratien, moralisch über jeden Zweifel erhaben sind. Das wird ja zum Teil auch in einer Offenheit ausgesprochen, die in meinen Augen etwas unglaublich Entlarvendes hat, die aber nirgends als Entlarvung genommen wird, weil offenbar alle diese Fragestellung teilen. Man hat es ja oft genug gehört, daß es wichtig ist, die richtigen Worte zum Dritten Reich zu finden — und das ist deswegen wichtig — das ist halt der Generaltotschläger im modernen Österreich, um unseres Ansehens willen. Da sprechen die Beteiligten oder zumindest die Interessierten offen aus, nach welchem Gesichtspunkt man sich dem Thema zuwendet und wie man sich dieses Themas bemächtigt und das heißt: Damit wir für uns und vor dem Rest der Welt unsere Güte gebührend darstellen, dazu bedienen wir uns unseres Geredes über den Faschismus. Das ist, meine ich, Vergangenheitsbewältigung. Da geht es nicht um die Sache sondern da geht es darum, daß man das als Kulisse benutzt oder als Requisit im Bestreben, die jetzigen Nationen und das jetzige Nationalbewußtsein und den jetzigen Nationalstolz voranzubringen.

Die Sendung gestaltete Robert Zöchling. Musik: Ausschnitte aus dem Stück Mutant von Sylvie Courvoisier, erhältlich auf der CD Y2K, erschienen bei Enja.

Herbert Auingers Buch Haider — Nachrede auf einen bürgerlichen Politiker ist im promedia-Verlag erschienen.

Ein Artikel von Herbert Auinger zum Thema Demokratischer Rassismus — menschenrechtlicher Antirassismus ist in Ausgabe 4-5/1999 von Context XXI erschienen.

Zahlreiche weitere Texte zur postfaschistischen Normalität in Österreich und zur FPÖ aus den Zeitschriften Context XXI, ZOOM, radiX, Streifzüge und Weg und Ziel finden Sie auch in der Internet-Ausgabe unseres Mediums.

Erstveröffentlichung

27. November 2000 in Radio Orange 94,0
© Robert Zöchling

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Jörg Haider bei Wikipedia

Jörg Haider vor einem Fernsehduell zur Nationalratswahl 2008

Jörg Haider (* 26. Jänner 1950 in Goisern, Oberösterreich; † 11. Oktober 2008 in Lambichl, Gemeinde Köttmannsdorf, Kärnten) war ein österreichischer Politiker des sogenannten dritten Lagers. Haider war zwischen 1971 und 1975 Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Jugend und von 1986 bis 2000 Vorsitzender der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Im April 2005 spalteten sich unter seiner Federführung zahlreiche Funktionäre von der FPÖ ab und gründeten die Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Er war von 1989 bis 1991 sowie von 1999 bis zu seinem Tod Landeshauptmann von Kärnten.[1]

Herkunft und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elternhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haiders Eltern, die 1945 heirateten, kamen aus unterschiedlichen Bildungsschichten. Sein Vater Robert Haider (1914–2004) war Schuhmacher, die Mutter Dorothea Haider (1918–2016),[2] geborene Rupp, die Tochter eines Gynäkologen und Primararztes am Linzer Allgemeinen Krankenhaus. Beide waren überzeugte Nationalsozialisten. Robert Haider war bereits in den 1930er-Jahren ein „Illegaler“, das heißt Mitglied der zu jener Zeit in Österreich verbotenen NSDAP. Er floh über die Grenze ins Deutsche Reich, trat dort der paramilitärischen Österreichischen Legion der SA bei und war aktiv am nationalsozialistischen Juliputsch von 1934 beteiligt. Nach dem „Anschluss“ 1938 war er zunächst Gaujugendwalter der Deutschen Arbeitsfront in Linz. Im Zweiten Weltkrieg wurde er an der West- und Ostfront mehrfach verwundet und kehrte als Leutnant in die Heimat zurück. Die Mutter war Führerin im Bund Deutscher Mädel. Nach der Befreiung 1945 musste Robert Haider Massengräber für die zuvor von der SS im KZ Ebensee Ermordeten ausheben. Als ehemaliger nationalsozialistischer Funktionär wurde er von den Alliierten ins Internierungslager Glasenbach gebracht und war als „Illegaler“ von den Entnazifizierungsgesetzen der ersten Nachkriegsjahre besonders betroffen. Im Zuge des Verbotsgesetzes 1947 wurden er und seine Frau als „minderbelastet“ eingestuft. Haider senior fand Arbeit in einer Schuhfabrik und wurde später freiheitlicher Parteisekretär für den Bezirk Gmunden.[3] Politisch waren die Eltern weiterhin dem nationalistischen Lager verbunden, was sich unter anderem darin niederschlug, dass sie den letzten Obmann der Großdeutschen Partei Österreichs und Reichstagsabgeordneten der NSDAP Hermann Foppa als Taufpaten für ihren Sohn Jörg auswählten.[4]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Haider wurde katholisch getauft, besuchte von 1956 bis 1960 die Volksschule in Bad Goisern und anschließend bis 1968 das Gymnasium in Bad Ischl, wo er auch bei der schlagenden Schülerverbindung Albia Bad Ischl aktiv war. Nach der Matura leistete er 1968–1969 seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Sein Entlassungsdienstgrad war der übliche Wachtmeister (NATO-Rangcode OR-5).

Anschließend inskribierte Haider die Studienrichtungen Rechtswissenschaften und Staatswissenschaften an der Universität Wien,[5] wo er 1973 zum „Doktor der Rechte“ promoviert wurde. Sein Betreuer war Günther Winkler.[6] Während dieser Zeit war er seit 1969 in der fakultativ schlagenden Burschenschaft Silvania Wien aktiv, in der er nach dem Studium weiterhin als Alter Herr Mitglied blieb.[7] Danach arbeitete er unter anderem mit Peter Kostelka (SPÖ) bis 1976 als Universitätsassistent am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien unter Günther Winkler.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haider fungierte im Laufe seiner Karriere in verschiedenen Positionen innerhalb der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), unter anderem für 14 Jahre als Parteichef. Unter seiner Führung erlebte die FPÖ ein stetiges Steigen in der Wählergunst, die ihren Zenit bislang bei den Nationalratswahlen 1999 erreichte. Die FPÖ wurde außerdem zur stimmenstärksten Partei in Kärnten. Allerdings wird Haider auch als hauptverantwortlich für die größte Wahlniederlage in der österreichischen Parteiengeschichte angesehen (Verlust von fast zwei Dritteln der Wählerstimmen bei der Nationalratswahl 2002). Seine Politik sorgte im Laufe der Zeit für zahlreiche Kontroversen und führte zum Parteiaustritt einer großen Zahl von Parteimitgliedern.

Anfänge (1966–1985)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste öffentliche Aufmerksamkeit erlangte Haider 1966, als er sich an einem Redewettbewerb des als deutschnational eingestuften Österreichischen Turnerbundes in Innsbruck beteiligte: er gewann ihn mit dem Beitrag Sind wir Österreicher Deutsche?
Haiders politische Karriere in der FPÖ begann als Vorsitzender (Funktionsbezeichnung: Bundesjugendführer) des Rings Freiheitlicher Jugend in den Jahren 1971 bis 1975.

1976 wurde Jörg Haider Parteisekretär in Kärnten, 1979 zog er als damals jüngster Abgeordneter für die FPÖ in den österreichischen Nationalrat ein.[5] Als die SPÖ 1983, nach dem Verlust der absoluten Mehrheit, eine Koalition mit der FPÖ bildete, hatte er Ambitionen auf das Amt des Sozialministers, wurde aber schließlich Obmann der betont deutschnationalen Kärntner FPÖ. In dieser Funktion kritisierte er in den Folgejahren häufig den liberaleren Flügel der FPÖ um Vizekanzler und Bundesparteiobmann Norbert Steger. Die FPÖ Kärnten konnte als einzige FPÖ-Landesorganisation bei Landtagswahlen (1984) Stimmenzuwächse verbuchen.

Politischer Aufstieg (1986–1999)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Hilfe des deutschnationalen Flügels gelang es ihm am 13. September 1986 bei einem Parteitag in Innsbruck, Steger als Vorsitzenden der FPÖ abzulösen.[5] Auf diesen Führungswechsel hin kündigte Bundeskanzler Franz Vranitzky die Koalition mit den Freiheitlichen auf. Bei den darauf folgenden Nationalratswahlen konnte die FPÖ vor allem dank Haider ihr Ergebnis verdoppeln. Hauptthemen seiner Wahlreden waren Privilegienabbau und Kritik an den herrschenden politischen Verhältnissen. Im Inlandsreport bezeichnete er die österreichische Nation als eine „ideologische Missgeburt“.[8] Haider drängte fast alle Personen, die ihn bei seinem Aufstieg in der FPÖ unterstützt hatten, aus ihren Funktionen. Mario Ferrari-Brunnenfeld, der Haiders Ernennung zum Landesparteigeschäftsführer 1976 maßgeblich beförderte, wurde von Haider 1988 mit einem Funktionsverbot in der FPÖ belegt und anschließend verspottet. Kriemhild Trattnig, die als politische Ziehmutter Haiders galt, wurde vor dem Parteitag 1992 in Gastein zum Ziel einer Mobbingkampagne, die in einer lächerlich machenden Parodie durch den mit Dirndlkleid als Trattnig verkleideten Gernot Rumpold gipfelte. Trattnig trat noch während des Parteitags aus der FPÖ aus. [9]

1989 wurde er nach mehr als 13 Prozent Zugewinn bei der Landtagswahl mit Unterstützung der ÖVP-Abgeordneten zum Landeshauptmann von Kärnten gewählt.[5] Nach einem Misstrauensantrag von ÖVP und SPÖ verlor er dieses Amt 1991 wieder. Anlass für den Misstrauensantrag war eine Äußerung Haiders in einer Debatte über Arbeitslosigkeit im Kärntner Landtag am 13. Juni 1991: „Na, das hat’s im Dritten Reich nicht gegeben, weil im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt. Das muss man auch einmal sagen.[10] Später entschuldigte er sich für diese Äußerung.[11]

Nach seiner Abwahl in Kärnten wurde Haider wieder Klubobmann der FPÖ im Parlament. Die Partei konnte in der Folge bei einer Reihe von Landtagswahlen deutliche Zugewinne verzeichnen, zum Teil sogar im zweistelligen Prozentbereich.

Obwohl Jörg Haider und die FPÖ bis etwa 1993 den Beitritt Österreichs zur damaligen Europäischen Gemeinschaft befürworteten, sprachen sich die FPÖ und Haider später gegen den Beitritt aus. Haider galt bis zum Ende als erklärter EU-Skeptiker. Anders als die FPÖ sprach er sich selbst jedoch für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union aus.

Am 15. März 1999 gewann die FPÖ mit Haider als Spitzenkandidat mit einem Stimmenanteil von 42,09 % die Wahl zum Kärntner Landtag. Die FPÖ wurde damit erstmals die stimmenstärkste Partei in einem Bundesland. Am 8. April 1999 wurde Haider nur mit den Stimmen der FPÖ-Abgeordneten zum zweiten Mal zum Landeshauptmann gewählt.[5]

Bei den Nationalratswahlen im selben Jahr wurde die FPÖ unter seiner Führung hinter der SPÖ nach Stimmen zweitstärkste Partei – knapp vor der ÖVP, bei Gleichstand an Mandaten. ÖVP und FPÖ bildeten eine Regierungskoalition mit ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel als Kanzler (Bundesregierung Schüssel I). Dies löste internationale Proteste aus, da die FPÖ mit Haider im Ausland teilweise als rechtsextreme Partei angesehen wurde. Die Regierungen der anderen EU-Staaten stellten diplomatische und politische Kontakte mit Österreich vorübergehend ein („Sanktionen“). Auf den Straßen Wiens kam es zu regelmäßigen Demonstrationen von Gegnern der Regierungskoalition, den Donnerstagsdemonstrationen. Auch im Ausland wurde gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ unter Jörg Haider demonstriert.

Rückzug in die Landespolitik (2000–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Haider (2006)
Jörg Haider (2007)

Im Jahr 2000 war Haider an der Bildung einer Koalitionsregierung zwischen ÖVP und FPÖ in Österreich maßgeblich beteiligt, was international aufgrund verschiedener fremdenfeindlicher und antisemitischer Äußerungen Haiders zu erheblichen Protesten bis hin zu diplomatischen Sanktionen durch die damals 14 übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (nicht jedoch der EU selbst), sowie der Länder Tschechien, Norwegen, Kanada und Israel führte. Im Februar 2000 trat Haider überraschend von seinem Posten als FPÖ-Vorsitzender zurück, bestritt jedoch, sich damit den internationalen Protesten gebeugt zu haben. Auch ohne offizielles bundespolitisches Amt, als „einfaches Parteimitglied“ (laut Eigendefinition) hatte er immer noch erheblichen Einfluss auf die Bundespartei und die FPÖ-Regierungsmitglieder.

Jörg Haider pflegte intensive Kontakte mit arabischen Politikern: Mit Saif al-Islam al-Gaddafi, dem Sohn des damaligen libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, verband Haider eine lange persönliche Freundschaft. Am Faschingsdienstag des Jahres 2002 reiste Jörg Haider nach Bagdad, um mit Saddam Hussein zusammenzutreffen. Später in diesem Jahr kritisierte Jörg Haider seine Partei aufgrund der Verschiebung einer Steuerreform heftig und löste damit einen FPÖ-internen Machtkampf aus. Dieser fand seinen Höhepunkt bei der außerordentlichen Knittelfelder FPÖ-Delegiertenversammlung, als ein Kompromisspapier öffentlich zerrissen wurde. In der Folge der Ereignisse traten Parteiobfrau und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, Finanzminister Karl-Heinz Grasser und FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler zurück.

Haider wollte den Parteivorsitz wieder übernehmen, zog sich jedoch innerhalb weniger Tage wieder zurück, da angeblich Attentatsdrohungen gegen ihn und seine Familie vorlägen. Neuwahlen wurden anberaumt, bei denen Haider als Spitzenkandidat jedoch nicht zur Verfügung stand. Stattdessen wurde Herbert Haupt Vorsitzender. Während Haupt sich für ein Fortbestehen der Koalition mit der ÖVP einsetzte, war Haider dagegen. Aufgrund der großen Stimmen- und Mandatsverluste bei der Nationalratswahl 2002, für die ihm die Hauptverantwortung zugeschrieben wurde, kündigte er seinen Rücktritt als Kärntner Landeshauptmann an. Er setzte diesen jedoch nicht in die Tat um.

In seiner Funktion als Landeshauptmann war er Mitglied des Österreich-Konvents. Bei den Kärntner Landtagswahlen am 7. März 2004 gelang es Haiders FPÖ, wieder die relative Mehrheit zu erringen. Laut offiziellem Endergebnis kam die FPÖ auf 42,5 Prozent, die SPÖ auf 38,4, die ÖVP auf 11,6 und die Grünen auf 6,7 Prozent. In der konstituierenden Landtagssitzung vom 31. März 2004 wurde Haider – erstmals mit der Unterstützung sowohl der SPÖ (durch Anwesenheit) als auch der ÖVP (durch aktive Ja-Stimmen) – wieder zum Landeshauptmann gewählt und schloss ein Arbeitsübereinkommen mit der SPÖ.

Als die FPÖ bei den Wahlen zum Europaparlament abermals eine deutliche Niederlage erlitt, wurde Haider von zahlreichen Parteimitgliedern aufgefordert, erneut die Obmannschaft zu übernehmen, was er jedoch zur allgemeinen Überraschung ablehnte. Stattdessen trat seine Schwester Ursula Haubner an die Parteispitze.

Gründung des „Bündnis Zukunft Österreich“ (2005)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Haider bei einer Veranstaltung des BZÖ (2006)

Nach der Wahlniederlage bei den niederösterreichischen Gemeinderatswahlen am 6. März 2005 (Rückgang auf 3,3 %) schlug Haider eine Neugründung der FPÖ als „lässige, flotte und junge“ Partei vor, deren Führung er „im Notfall“ auch wieder zu übernehmen bereit wäre. Als dieser Vorschlag innerparteilich nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß, und sich bei einem für den 23. April anberaumten Parteitag eine Kampfabstimmung gegen den Wiener FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache abzeichnete, gab er am 4. April 2005 die Gründung der neuen Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) bekannt und erklärte, deren erster Vorsitzender werden zu wollen. Daraufhin wurde er am 7. April 2005 vom Interimsobmann der FPÖ Hilmar Kabas aus der FPÖ ausgeschlossen. Als Konsequenz der neuen Parteigründung verlor die FPÖ ihr Regierungsteam und einen Großteil der Abgeordneten. Das BZÖ übernahm Teile des FPÖ-Parteiprogramms in ihr eigenes, in dem zum Beispiel der „Räuber-Kapitalismus der Globalisierung“ angegriffen, die „Flat Tax“ gelobt und die Förderung sowohl des „Klein- und Mittelstandes“ als auch des „kleinen Mannes“ befürwortet wurde.

Bei der ersten Wahlteilnahme des BZÖ bei der Landtagswahl in der Steiermark 2005 erreichte die Partei 1,7 % der Stimmen (FPÖ: 4,6 %) und verfehlte damit den Einzug in den Landtag. Zu den kurz darauf folgenden Landtagswahlen im Burgenland am 9. Oktober 2005 trat das BZÖ nicht an. Bei den Landtagswahlen in Wien am 23. Oktober 2005 entfielen 1,2 % der Stimmen auf das BZÖ, das somit auch in der Bundeshauptstadt nicht in den Landtag (hier: Gemeinderat) gewählt wurde.

Haider gab nach der zweiten regionalen Niederlage die Geschäfte des Bundesparteiobmanns an Hubert Gorbach ab, behielt aber de facto die Führung auf Bundesebene und wurde gleichzeitig am 25. November Obmann des Kärntner BZÖ. Die Positionierung des BZÖ in der österreichischen Parteienlandschaft wurde nach wie vor entscheidend von Haider mitgestaltet. Nach einem koalitionsinternen Streit um die Sozialpolitik zerbrach die Koalition zwischen BZÖ und SPÖ in der Kärntner Landesregierung am 28. Februar 2006.

Am 23. Juni 2006 wurde er von seinem langjährigen Weggefährten Peter Westenthaler bei einem Bundeskonvent in Salzburg als Obmann des BZÖ abgelöst. Westenthaler übernahm auch die Parteiagenden von Hubert Gorbach. Bei der Nationalratswahl im Oktober 2006 schaffte das BZÖ den Einzug in den Nationalrat. Ausschlaggebend war dafür allein das Ergebnis in Kärnten (knapp 25 %). In sämtlichen anderen Bundesländern blieb das BZÖ unter der für den Einzug in den Nationalrat notwendigen 4 Prozent-Grenze.

Rückkehr in die Bundespolitik (2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. August 2008 gab Haider bekannt, für die Nationalratswahl 2008 als Spitzenkandidat des BZÖ anzutreten, das etwaige Mandat allerdings nicht anzunehmen, sondern Kärntner Landeshauptmann bleiben zu wollen. Haider wurde Ende August bei einem Parteitag des BZÖ in Graz, mit Zustimmung aller Delegierten ohne Gegenkandidaten, einstimmig zum Parteivorsitzenden gewählt.[12] Das BZÖ konnte seinen Stimmenanteil bei der Wahl am 28. September 2008 mit 10,7 % mehr als verdoppeln, was Beobachter wie auch Parteifreunde[13] Haiders vor allem seiner Kandidatur zuschreiben. So gelang der Partei auch in Kärnten mit 39,4 % ihr bestes Ergebnis, während sie in den anderen Bundesländern zwischen 4,7 % (Wien) und 13,2 % (Steiermark) erreichte.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Haider heiratete 1976 die gebürtige Tirolerin Claudia Hoffman, die gemeinsamen Töchter Ulrike Haider-Quercia und Cornelia Haider wurden 1976 und 1980 geboren. Wohnhaft war Jörg Haider im Bärental und in Klagenfurt am Wörthersee. Das umstrittene Bärentaler Anwesen, das ursprünglich Besitz einer italienisch-jüdischen Familie war und nach dem „Anschluss“ Österreichsarisiert“ wurde, hatte Haider von seinem Südtiroler Wahlonkel Wilhelm Webhofer aus Bruneck geerbt.[14]

Haider war Bergsteiger und Läufer; unter anderem nahm er 1999 am New-York-City-Marathon und 2000 am Vienna City Marathon teil.[15]

Haider betätigte sich als Sänger von Kärntnerliedern. Im November 2008 erschien eine CD und DVD mit Jörg Haider als Solist, begleitet vom Männerdoppelsextett Klagenfurt.[16] Ein Teilbetrag des Erlöses der CD „Pfiat Gott, liabe Alm“ kommt dem Hilfsprojekt „Kärntner in Not“ zugute.[17] Nach seinem Tod im Oktober 2008 wurde Jörg Haiders Sologesang auf CD und DVD in Teleshopping-Programmen vermarktet und erzielte hohe Verkaufszahlen.[18] 1990 hatte Haider einen kurzen Gastauftritt in der Folge „Der Pechvogel“ der RTL-Serie „Ein Schloß am Wörthersee“.

Von 10. Oktober 2009 bis 2. Oktober 2010 gab es eine Sonderausstellung „Dr. Jörg Haider. 1950–2008“ im Bergbaumuseum in Klagenfurt, welches einige Einblicke in das private Leben von Haider ermöglichte in Form von Abbildungen auf Fotos oder auch Jörg Haiders Arbeitsumgebung mit Sessel und Schreibtisch aus dem Büro des Landeshauptmannes, auch seine Uhr und sein Reisepass wurden zur Schau gestellt, sowie eine Abschrift seiner ersten politischen Rede „Sind wir Österreicher Deutsche?“, die er mit 16 Jahren geschrieben hatte.[19]

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht zum 11. Oktober 2008 kam Haider in Lambichl im Südwesten der Landeshauptstadt Klagenfurt (Lage) auf der Loiblpass-Straße bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Nach dem Besuch mehrerer Veranstaltungen und Gaststätten hatte sich Haider, stark alkoholisiert (1,8 ‰ Blutalkoholkonzentration), allein auf den Weg zu seinem Haus im Bärental gemacht. Nach Angaben des Leiters der Staatsanwaltschaft Klagenfurt fuhr Haider bei Nebel mit stark überhöhter Geschwindigkeit mit seinem Dienstwagen in einer 70-km/h-Zone, als er nach einem Überholvorgang gegen ein Uhr nachts von der Straße abkam, wobei sein VW Phaeton unter anderem gegen einen Betonpfeiler prallte. Nach den von VW-Technikern ausgelesenen Informationen des Steuergeräts, in dem die letzten 30 Sekunden der Fahrt gespeichert waren, hatte die zuletzt gemessene Geschwindigkeit bei 142 km/h gelegen.[20]

Haider erlitt bei dem Unfall mehrere lebensgefährliche Verletzungen und verstarb auf dem Weg in das Klinikum Klagenfurt[21][22][23][24]. Am 14. April 2009 gab die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bekannt, dass das Ermittlungsverfahren zum tödlichen Verkehrsunfall offiziell eingestellt wurde. Der tödliche Unfall war demnach ausschließlich auf einen Fahrfehler zurückzuführen, laut der technischen Auswertung des Unfallfahrzeuges war das Unfallauto in „einwandfreiem Zustand“ und es habe auch keine Manipulationen oder sonstige Fremdeinwirkung gegeben. Eine Obduktion der Grazer Gerichtsmedizin schloss andere medizinische Ursachen für den Unfall aus (z. B. einen Herzinfarkt oder eine andere Erkrankung), was später auch durch ein zweites Gutachten der Universität Innsbruck bestätigt wurde.[25]

Der Unfallort in Lambichl an der Klagenfurter Stadtgrenze und diejenigen Orte Kärntens, welche das Leben Haiders geprägt hatten, wurden nach dem Ableben zu Trauer- und Pilgerstätten.[26][27][28] Die offiziellen Trauerfeiern für Haider fanden am 18. Oktober 2008 in Klagenfurt statt; ihr Ablauf gliederte sich in zwei Teile: die Verabschiedungsfeier auf dem Neuen Platz sowie das Requiem im Klagenfurter Dom, das von den Bischöfen Alois Schwarz und Egon Kapellari zelebriert wurde. An den Feiern nahmen mehr als 25.000 Menschen teil, unter ihnen die höchsten Repräsentanten der Republik wie Bundespräsident Heinz Fischer,[29] Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und alle Landeshauptleute,[30] zahlreiche Veteranen des Zweiten Weltkriegs, Saif al-Islam al-Gaddafi (einer der Söhne des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi), der mit Haider befreundet war,[31] sowie zahlreiche seiner früheren Wegbegleiter und Vertreter von mehreren deutschnationalen Burschenschaften.[32] Aus Italien kamen mehrere Abordnungen und rechtsgerichtete Sympathisanten; an Politikern erschienen der Präsident der Region Friaul-Julisch Venetien, Renzo Tondo, mit Fahne und Wappen seiner Region,[33] sowie der Präsident der Region Veneto, Gianfranco Galan. Es kondolierten zahlreiche rechtspopulistische Parteien wie auch die separatistische Lega Nord in Vertretung des EU-Abgeordneten Mario Borghezio, der bekundete, dass viele Anhänger der Lega Nord am Begräbnis teilnähmen.[34] Nach dem Ende der Trauerfeiern in Klagenfurt wurde die Leiche Haiders im Krematorium Villach eingeäschert. Die Beisetzung der Urne fand einige Tage später auf dem Besitz der Familie Haider im Bärental statt.

Totengedenken und Haiderkult[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Haiders Tod pilgern Menschen zum Unfallort nach Lambichl und legen Blumen, Kränze, Kerzen, Fahnen und Trauerbekundungen nieder. Auch die Kärntner Traditionsverbände halten zu den Landesfeierlichkeiten regelmäßig eine Gegenkundgebung mit einer Kranzniederlegung ab. Der Jörg-Haider-Gedenkpark umfasst mehrere Gedenkmonumente umlegt von Blumenbeeten, Kränzen, Fahnen und verschiedenen Trauerbotschaften.[35][36] Das Kunstwerk Verbindende Hände wurde als Denkmal für Jörg Haider in Auftrag gegeben. Es stand zunächst in Klagenfurt und wurde am 25. Jänner 2011 vor dem Dom zu Gurk neu eingeweiht.[37] 2013 stellte das Land Kärnten die Erhaltung und Reinigung des Mahnmals durch die Straßenmeisterei ein.[38]

Auf einer Parteiveranstaltung des BZÖ wurde ein Transparent mit der Pseudo-Fürbitte[39] „Jörg Haider, bitte hilf uns, diese Verräter zu verscheuchen.“ eingesetzt.[40] Die „Dr. Jörg Haider Gebetsliga“ setzte sich mehrere Jahre lang für die Seligsprechung Haiders ein, bis sie sich als Satire enttarnte.[41] Die kultische Verehrung Haiders wurde unter anderem von Josef Winkler,[42] Egyd Gstättner[43] und Udo Jürgens[44] kritisiert. Der Psychologe Klaus Ottomeyer erklärt die Verehrung Haiders mit Kärntens „ausgeprägt vaterloser Gesellschaft, das erzeugt Wünsche nach dem Übervater, der aus der Bedeutungslosigkeit hervorhebt. Auch das Gefühl des Verlassenwerdens wird hier zelebriert, nicht zufällig heißt eines der beliebtesten Landeslieder ,Valossn, valossn‘.“[45]

Um Haiders Tod entwickelte sich eine Reihe von Verschwörungstheorien, die Sprengfallen, Raketenangriffe oder eine Inszenierung des Unfalls im Auftrag „der Ostküste“, der Deutschen Bank, der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft hinter Haiders Tod vermuten.[46] Ein verschwörungstheoretisches Buch zu Haiders Tod wurde von Gerhard Wisnewski im Kopp-Verlag veröffentlicht.[47] Karlheinz Klement bekundete seine Ansicht, wonach Haider vom Mossad ermordet worden sei.[48] Ottomeyer bezeichnet die Verschwörungstheorien um Haiders Tod als „Reduktion einer kognitiven Dissonanz […] die Verschwörungstheorie biegt Fakten zurecht, damit der Glaube – in den ich sehr viel investiert habe – erhalten bleiben kann und auch mein Selbstwertgefühl in keine Krise kommt“.[49]

Die Band K.I.Z veröffentlichte im Jahr 2009 einen Diss-Track names Straight outta Kärnten in dem der Tod Jörg Haiders behandelt wird.

Skandale und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Haider polarisierte die Meinungen, er wurde gleichermaßen bewundert wie angefeindet. Anlass zu Kritik boten unter anderem seine ausländerfeindlichen Wahlkampagnen; im Wahlkampf 1999 wurde beispielsweise „Stopp der Überfremdung“ propagiert. Im Jahr 2006 bekräftigte Haider seine Standpunkte in der „Ausländerfrage“ und meinte, dass er die Abschiebung „integrationsunwilliger“ und „ungebildeter“ Immigranten befürworte.

Weiter befürwortete Haider eine Volksbefragung über eine EU-Verfassung, was manchen urdemokratisch und anderen populistisch erschien. Er warb für ein „innereuropäisches Selbstbestimmungsrecht der Ethnien“.

Bezug zum Rechtsextremismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker Haiders bezeichnen ihn unter anderem als Rechtspopulisten mit teilweise rechtsextremer Weltanschauung. Einige seiner Äußerungen werden als fremdenfeindlich, rassistisch und antisemitisch eingestuft. So verwendete er wiederholt den im politischen Antisemitismus geläufigen Begriff der „(amerikanischen) Ostküste“, in dem sich die Ablehnung der „künstlichen“ und „multikulturellen Kultur“ der Vereinigten Staaten mit der Vorstellung verbindet, Juden würden von dort aus einen dominierenden Einfluss auf Politik und Gesellschaft Amerikas und auch Europas ausüben.[50]

„Der Häupl [amtierender Wiener Bürgermeister, SPÖ] hat einen Wahlkampfstrategen, der heißt Greenberg … (lautes Lachen im Saal) … den hat er sich von der Ostküste einfliegen lassen! Liebe Freunde, ihr habt die Wahl, zwischen Spin Doctor Greenberg von der Ostküste oder dem Wienerherz zu entscheiden … (tosender Applaus) … wir brauchen keine Zurufe von der Ostküste. Jetzt ist einmal genug! (starker Applaus)“

Jörg Haider: bei einer Wahlveranstaltung am 23. Februar 2001 in der Kurhalle Oberlaa, veröffentlicht im Profil vom 12. März 2001

Haider hingegen bestritt einen Zusammenhang. Nach seiner Aussage handele es sich bei Ostküste um eine wertfreie geographische Bezeichnung.[51]

„Dass es in dieser regen Zeit, wo es noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind. Und das ist eine Basis, meine lieben Freunde, die auch an uns Junge weitergegeben wird. Und ein Volk, das seine Vorfahren nicht in Ehren hält, ist sowieso zum Untergang verurteilt. Nachdem wir aber eine Zukunft haben wollen, werden wir jenen Menschen, den politisch korrekten, beibringen, dass wir nicht umzubringen sind und dass sich Anständigkeit in unserer Welt allemal noch lohnt, auch wenn wir momentan nicht mehrheitsfähig sind, aber wir sind den anderen geistig überlegen. […] Wir geben Geld für Terroristen, für gewalttätige Zeitungen, für arbeitsscheues Gesindel, und wir haben kein Geld für anständige Menschen.“

Jörg Haider: 1995, Ansprache gegenüber Veteranen der Waffen-SS anlässlich der Ulrichsbergfeiern in Krumpendorf

Jörg Haider geriet durch derartige Aussagen und das Auftreten bei den Ulrichsbergfeiern in die Kritik, wo er die seiner Meinung nach „anständige“ und „saubere“ Kriegsgeneration in Schutz nahm:

„… es kann nicht so sein, dass die Geschichte unserer Eltern und Großeltern aufgrund absonderlicher Kommentierungen zu einem Verbrecheralbum gemacht wird und ihre Leistungen von der Geschichte mit Füßen getreten werden.“

Jörg Haider: Festrede am Ulrichsberg im Jahr 2000[52]

Diese politische Unterstützung der Kriegsgeneration hielt bis wenige Monate vor seinem Ableben im Jahr 2008 an, Haider hatte sich gegen die Abschiebung des in Kärnten lebenden als Kriegsverbrecher gesuchten Milivoj Ašner, des ehemaligen kroatischen Ustascha-Polizeichefs von Požega, nach Kroatien ausgesprochen. „Er soll seinen Lebensabend bei uns verbringen dürfen“. Asner sei „seit Jahren ein Klagenfurter Bürger, der friedlich bei uns lebt“. „Das ist eine nette Familie“, sagte Haider dem Standard.[53]

Der Nationalratsabgeordnete Peter Pilz (Die Grünen) bezeichnete Haider 1992 als „politischen Ziehvater des rechtsextremen Terrorismus“ und als „Verharmloser der NS-Vergangenheit“, wogegen sich Haider erfolglos mit einer Klage zur Wehr setzte: Der Oberste Gerichtshof beurteilte 1995 die Aussagen im Rahmen der politischen Auseinandersetzung als legitime Meinungsäußerungen.[54]

Laut Stasiakten galt Jörg Haider als rechtsextrem. Zudem soll er im Jahr 1989 während eines Besuches in West-Berlin an Treffen der rechtsextremen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) teilgenommen haben.[55]

Umstrittene Äußerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber anderen Politikern benutzte Haider in seinen Jahren an der FPÖ-Spitze oft und bewusst beleidigende Worte und pflegte eine provokante Ausdrucksweise. Hierbei äußerte er sich auch über international angesehene Persönlichkeiten nicht selten abfällig. Beispielsweise behauptete er 1991, dass das polnische Volk „arbeitsscheu“ sei, könne man am polnischen Präsidenten Lech Wałęsa sehen, der „mehr breit als hoch“ geworden sei. Den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac bezeichnete er 2000 als „Westentaschen-Napoleon“, und über den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant, sagte er am 28. Februar 2001 in einer Anspielung auf das Waschmittel „Ariel“, er wundere sich, wie jemand, der Ariel heißt, „soviel Dreck am Stecken haben“ könne. Weiter äußerte er sich am 13. Februar 2002 über den Präsidenten des österreichischen Verfassungsgerichtshofes, Ludwig Adamovich: „Wenn einer schon Adamovich heißt, muss man zuerst einmal fragen, ob er überhaupt eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat.“[56] Den österreichischen EU-Kommissar Franz Fischler bezeichnete er am 8. Juni 2004 wegen seines Verhaltens in Sachen Gentechnik als „Vaterlandsverräter“ und fügt hinzu: „normalerweise müsste man so jemandem die Staatsbürgerschaft entziehen“. Den Anwalt Rudolf Vouk, einen Kärntner Slowenen, bezeichnete er als „rasenden Rechtsbrecher“.[57] Vouk hatte durch eine Selbstanzeige nach einer behaupteten Geschwindigkeitsübertretung im gleichnamigen Hauptort der Gemeinde Sankt Kanzian am Klopeiner See eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs herbeigeführt, wonach die zu geringe Anzahl zweisprachiger Ortstafeln verfassungswidrig ist. Haider selber hatte sich über die gesetzlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen bis zuletzt flagrant hinweggesetzt.

Populismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Anhänger gewann Haider durch Kritik an zum Teil tatsächlich vorhandenen, aber auch populistisch aufgebauschten Missständen. So kritisierte er den parteipolitischen Proporz („Parteibonzen“) ebenso wie die angeblich für soziale Missstände verantwortlichen Ausländer, Asylbewerber und „Sozialschmarotzer“.[58] Dem gegenüber stellte er die „guten, fleißigen und anständigen“ Österreicher als Ideal dar. Seine Appelle an latent vorhandene Ressentiments sowie bewusste Tabubrüche und das vermeintliche Aufdecken von Missständen hob er in seinen Reden besonders hervor.

So betonte die FPÖ unter Haider bis 2001, gegen „Filz und Proporz“ und gegen die „Parteibuchwirtschaft“ einzutreten. Haider gelang es, sich mit Aussagen wie „Ich bin lieber der Wolf im Schafspelz, als ein Schaf im Wolfspelz“ von den Politikern der von ihm so bezeichneten „Altparteien“ abzugrenzen. Konzepte, um Abhilfe zu schaffen, blieb er allerdings nach Ansicht seiner Kritiker in vielen Fällen schuldig.

Ortstafelstreit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Ortstafelstreit

Über die österreichische Bundesverfassung äußerte sich Jörg Haider in einem Kommentar am 29. Dezember 2005 im Rundfunkprogramm des ORF zu einem wenige Tage vorher ergangenen Verfassungsgerichtshofspruch über die Ortstafelfrage in Kärnten: „Die Sprüche des Verfassungsgerichtshofes akzeptieren wir nicht, da das Volk es so will.“ Den österreichischen Staatsvertrag, der die Grundlage zur Bildung der Zweiten Republik Österreichs bedeutete, bezeichnete Haider im Zusammenhang mit dem Ortstafelstreit im südlichen Grenzgebiet zu Slowenien am 18. Jänner 2006 als „historisch bedeutungslos“.

Am 25. Oktober 2006 wurde Haider der Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Lebenslanges Ärgernis“ verliehen für die Missachtung der Rechte der slowenischen Volksgruppe in Kärnten.[59]

Auf der nationalen Seite der slowenischen 2-Cent-Münze wird der Fürstenstein abgebildet. Diese Entscheidung wurde von manchen Kärntnern (darunter auch Haider) kritisiert, da ihrer Ansicht nach der Fürstenstein kein historisches Element der Republik Slowenien sei. Nach der Bekanntgabe der slowenischen Regierung, den Fürstenstein auf den 2-Cent-Münzen abzubilden, ließ Landeshauptmann Jörg Haider den Fürstenstein aus dem Kärntner Landesmuseum demonstrativ in das Foyer der Kärntner Landesregierung verbringen.[60] Auf Haiders Initiative war der Fürstenstein von 2007 bis 2013 auf allen amtlichen Dokumenten und dem Briefpapier des Landes Kärnten als Symbol der Landesregierung abgebildet.[61]

Umgang mit Migranten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2008 unternahm Haider mehrfach den Versuch, Asylbewerber aus dem von ihm regierten Bundesland Kärnten ins Flüchtlingslager Traiskirchen abzuschieben. Dies wurde jedoch von Innenministerin Maria Fekter unterbunden.[62]

Am 28. Juli 2008 kündigte Haider an, dass in Kärnten eine Sonderanstalt geschaffen werde: „Jene, die sich nicht benehmen können und schwere Straftaten begehen, sollen künftig von der Bevölkerung getrennt untergebracht sein.“[63] Am 6. Oktober 2008 berichtete Haider in einer Pressekonferenz von der erfolgten Inbetriebnahme des Asylantenheims auf der Saualm. Fünf Personen seien mittlerweile bereits in der Sonderanstalt einquartiert worden, bis zu maximal 50 könnten es werden.[64] Bei der „Sonderanstalt“ handelt es sich um ein ehemaliges Jugendheim in der Gemeinde Griffen in einsamer Lage in einer Höhe von 1200 m. Die Einrichtung der Sonderanstalt stieß auf heftige Kritik von mehreren Seiten; neben den politischen Gegnern auch von UNHCR[65] und Katholischer Aktion.[66] Am 20. Oktober 2008 kündigte der designierte Landeshauptmann Gerhard Dörfler an, dass vom Flüchtlingsreferat die Verlegung eines Tschetschenen „in das Sonderquartier auf der Saualpe eingeleitet“ wurde; der Mann wird verdächtigt, an einem Vergewaltigungsversuch beteiligt gewesen zu sein.[67]

Kontakte zu Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt waren seine Besuche bei Saddam Hussein und die Freundschaft mit Saif al-Islam al-Gaddafi, dem Sohn von Muammar al-Gaddafi. Laut Tagebuchaufzeichnungen von Walter Meischberger erhielt Haider von Gaddafi eine Überweisung in Höhe von 45 Millionen Euro.[68] Die genauen Hintergründe dieser Verbindungen sind bislang unbekannt.

Außer Irak und Libyen bereiste er Ägypten, Kuwait, Syrien und den Iran. Diese Reisen führten zu Kritik von mehreren Seiten.[69] Laut einer Untersuchung des irakischen Innenministeriums nahm Haider 2002 von Saddam Hussein einen Bargeldbetrag in Höhe von 5 Millionen USD entgegen, der in Liechtensteinischen Konten verschwand.[70] Der Besuch Haiders bei Saddam, der die Beziehungen zwischen dem Irak und Österreich sowie zwischen der FPÖ und der Baath-Partei vertiefen sollte, sorgte für Kritik der USA und Entsetzen innerhalb Österreichs.[71] Haider kritisierte später die Hinrichtung Saddam Husseins.[72]

Verhältnis zum Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 unterstützte Haider in seiner Funktion als Kulturreferent die Sanierung des Vereinsgebäudes des „Türkisch Islamischen Vereins für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Villach“, dessen Mitglieder fast zur Hälfte österreichische Staatsbürger sind, mit € 10.000.[73] Jörg Haider wurde in den letzten Jahren einer der prominentesten Befürworter eines EU-Beitritts der Türkei aus dem „dritten Lager“.[74]

Andererseits stellte er sich dem Bau von Moscheen in Kärnten entgegen, indem er sich für das „Ortsbildpflege“-Gesetz aussprach.[75][76] In der Auseinandersetzung um den Bau eines Minarettes sagte er mit Verweis auf einen umstrittenen Ausspruch Recep Tayyip Erdoğans: „Weil nicht brave biedere Muslime diese Minarette bauen wollen, sondern radikale Islamisten im Hintergrund. Sie wollen ihre Symbole der Macht in unsere Landschaft klotzen“.[76] Nachdem der Verfassungsgerichtshof Haiders Entscheidung gekippt hatte, einem in Kärnten lebenden muslimischen Sudanesen aufgrund dessen Weigerung, Frauen die Hand zu schütteln, nicht die Staatsbürgerschaft zu verleihen, bezeichnete Haider diesen als „Islamisten-Lobby“.[77]

Spekulationen um Haiders sexuelle Orientierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 äußerte die spätere Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in einem Interview in der deutschen Presse[78] über Haider: „Er ist der Führer eines homoerotischen Männerbunds und arbeitet bewusst mit homophilen Codes, natürlich ohne sich wirklich als homosexuell zu bekennen.“ Schon kurz zuvor hatte Rosa von Praunheim in einer niederländischen Schwulenzeitung über Haiders angebliche Homosexualität berichtet. In Reaktion auf das Interview Jelineks wurde Haiders sexuelle Orientierung vor allem in deutschen Medien diskutiert.[79] Die taz veröffentlichte eine Satire mit dem Titel: „Haider Outing: Der Jörg will eh bloß kuscheln.“[80] Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien stellte dies als Outing Haiders dar und erklärte, ihr seien „seit rund zehn Jahren die vielen Gerüchte über Haiders Homosexualität bekannt gewesen. Einerseits haben wir es als positiv empfunden, daß derartige Gerüchte der Karriere eines Politikers nicht mehr schaden …, andererseits wäre gerade ein Outing Haiders schon früher gerechtfertigt gewesen, wenn man Outing als politischen Akt gegen versteckte Homosexuelle betrachtet, die in wichtigen politischen Funktionen durch ihr anti-homosexuelles Wirken anderen Homosexuellen schaden.“[81] Haider selbst stritt die Gerüchte 2004 in einem Interview mit Karin Resetarits ab.[82]

Jörg Haider, der damalige Bundesparteiobmann des BZÖ, zusammen mit seinem Stellvertreter und späteren Nachfolger Stefan Petzner im September 2008

Weil Haider vor seinem Tod ein Klagenfurter Lokal besucht hatte, in dem auch viele Homosexuelle verkehren, und weil sein Mitarbeiter Stefan Petzner ihn vor laufenden Kameras weinend als seinen „Lebensmenschen“ und als „Mann meines Lebens“ bezeichnet hatte, gab es unter österreichischen und deutschen Journalisten eine Debatte darüber, ob Haider homosexuelle Kontakte gehabt habe und wie man öffentlich damit umgehen solle.[83] Seine Witwe dementierte eine solche Veranlagung ihres verstorbenen Mannes.[84] Petzners Ausdruck „Lebensmensch“ wurde zum österreichischen Wort des Jahres 2008 gewählt.[85]

Eine von Haiders Witwe Claudia in seinem Namen beantragte einstweilige Verfügung des Grazer Landesgerichts verbietet es der Bild-Zeitung bis auf Weiteres, über die sexuelle Orientierung von Jörg Haider zu spekulieren. In diesem Zusammenhang legte der Richter des Landesgerichts im November 2009 fest: „Die Behauptung und/oder Verbreitung der Äußerung, Dr. Jörg Haider wäre homosexuell gewesen und/oder Dr. Jörg Haider wäre bisexuell gewesen und/oder Dr. Jörg Haider hätte vor seinem Tod einen Geliebten gehabt und/oder sinngleiche Äußerungen sind in Zukunft zu unterlassen.“[86]

Vorwurf geheimer Konten in Liechtenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das österreichische Nachrichtenmagazin „profil“ veröffentlichte im Sommer 2010 Berichte über angebliche geheime Konten von Haider:

  • Auf einem bislang nicht bekannten internen Dossier des irakischen Innenministeriums basiert ein Bericht (Jörg Haiders geheime Geldgeschäfte mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein. - Haider kassierte 2002 fünf Millionen Dollar - Ewald Stadler wird auch als Empfänger genannt. "Über Liechtensteiner Briefkästen sollen Schwarzgelder an politische Entscheidungsträger in Österreich, Deutschland und Kroatien geflossen sein.").[87]
  • Exklusiv: Haider soll 45 Millionen Euro nach Liechtenstein geschleust haben. - Haiders zwölf Briefkästen: Der verstorbene Kärntner Landeshauptmann soll 45 Millionen Euro aus dunklen Kanälen nach Liechtenstein geschleust haben. Bei Kontoöffnungen stießen die Behörden auf ein dichtes Netz an Treuhandkonstruktionen.[88]

Diese Meldungen wurden von vielen in- und ausländischen Medien aufgegriffen.[89] Am 17. August bestätigte Franz Limpl (Ex-Beamter der Regierung Saddam Husseins im Irak), dass Haider von Hussein insgesamt 2,5 Millionen Dollar für eine PR-Kampagne erhielt.[90]

„In den in Liechtenstein beschlagnahmten Unterlagen sind keine Konten oder Gesellschaften aufgetaucht, die von Dr. Jörg Haider oder seinem unmittelbaren Umfeld kontrolliert wurden oder werden“., so lautet wörtlich die Anfragebeantwortung der Staatsanwaltschaft Liechtenstein.[91]

Illegale Parteienfinanzierung über die Privatisierung der Hypo-Alpe-Adria-Bank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Verkauf der landeseigenen Hypo-Alpe-Adria-Bank AG an die BayernLB 2007 wurde auf Betreiben und mit Bewilligung Haiders von der Kärntner Landesholding an den Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher für ein sechsseitiges Gutachten ein Honorar von sechs Millionen Euro bezahlt.[92] Im Zuge der Aufklärung des Hypo-Deals wurden Birnbacher und der Kärntner ÖVP-Vorsitzende Josef Martinz wegen Untreue angeklagt. Haider war zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben. Im Prozess gestand zunächst Birnbacher, ihm sei bewusst gewesen, dass das von ihm erhaltene Honorar nicht angemessen gewesen sei.[93] Ursprünglich sei sogar die Überweisung von zwölf Millionen geplant gewesen. Haider habe die Summe jedoch im Zuge eines Gespräches halbiert: „Birni, wir können dir die zwölf Millionen Euro nicht zahlen, bist du mit sechs Millionen auch zufrieden?[94] Birnbacher habe dem damals zugestimmt. Nachdem dieser im Prozess sein Geständnis schließlich ausweitete und zugab, es sei von vornherein mit Haider und Martinz vereinbart gewesen, dass er, Birnbacher, Teile des Honorars an die ÖVP und das BZÖ spenden werde, legte auch Martinz ein Geständnis ab, in dem er auch den verstorbenen Landeshauptmann schwer belastete:

„Nach der Abwicklung des Hypo-Verkaufes haben […] Haider und ich die Idee entwickelt, dass etwas an die Parteien gehen soll.“[95]

Der ehemalige Chef der BayernLB, Werner Schmidt, der im Oktober 2014 im Zusammenhang mit dem Verkauf der Hypo Alpe Adria zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt wurde, hatte im Prozess eingestanden, Jörg Haider bestochen zu haben. Es sei um 2,5 Millionen Euro für Fußball-Sponsoring in Kärnten rund um das Fußballstadion in Klagenfurt gegangen.[96]

Vor dem Morgen des 17. März 2016 "haben Unbekannte ihrem Ärger über den Heta-Krimi Luft gemacht". Ein aus zwei weißen Stoffbahnen genähtes etwa 10 m langes Banner mit dem aufgesprühten Text: „Danke Jörg! Ewig in deiner Schuld!“ prangte um 06 Uhr 30 am Gebäude der Heta-Bank, zuvor Hypo Alpe Adria, und wurde um 8 Uhr von Haustechnikern entfernt. Die Danksagung war in etwa 15 m Höhe an dem gut bekletterbaren Lichtblendengitter vor der straßenseitigen Fassade montiert.[97]

Styrian Spirit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 veranlasste Haider, dass die Hypo-Alpe-Adria eine Beteiligung an der Fluglinie Styrian Spirit einging und dieser trotz ihrer prekären finanziellen Situation einen ungesicherten Kredit in Höhe von zwei Millionen Euro gewährte. Styrian Spirit meldete 2006 Insolvenz an und wurde liquidiert.[98] Die HAA-Vorstände Gert Xander und Wolfgang Kulterer wurden 2013 wegen Untreue im Fall des Kredits an die Styrian Spirit zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Urteilsbegründung stellte fest, „dass zum Schaden der Bank ein politischer Wille umgesetzt wurde“.[99]

Mutmaßliche Spende der Telekom Austria an die FPÖ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Prozess um eine mutmaßlich illegale Parteispende der Telekom Austria an die FPÖ gab das ehemalige TA-Vorstandsmitglied Rudolf Fischer im Rahmen eines Teilgeständnisses an, dass Haider die Telekom angewiesen habe, einen Auftrag in Höhe von 600.000,- € an die Werbeagentur Gernot Rumpolds zu vergeben.[100] Die Staatsanwaltschaft nimmt an, dass die 2004 am Rande der Insolvenz stehende FPÖ weder Rumpold für frühere Aufträge bezahlen noch die Mittel für Werbung zu den Wahlen zum EU-Parlament 2004 aufbringen konnte. Haider intervenierte daraufhin bei der Telekom, die einen Scheinauftrag für mehrere laut Staatsanwaltschaft wertlose Gutachten an Rumpolds Agentur vergab.[101] Nachdem Rumpold Mittel der Telekom Austria erhalten hatte, verzichtete er auf bestehende Forderungen gegen die FPÖ.[102] In erster Instanz wurde Rumpold am 9. August 2013 zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt, das Gericht folgte der Darstellung Fischers und der Staatsanwaltschaft.[103]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2004 erhielt er vom Bundespräsidenten Thomas Klestil das Große Silberne Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich.[104][105]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jörg Haider – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Jörg Haider – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kärntner Landesregierung im Internet (Memento des Originals vom 10. Oktober 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at
  2. Jörg Haiders Mutter Dorothea ist tot. In: krone.at. Abgerufen am 15. Juni 2016.
  3. Wiener Zeitung Online: Das politische Phänomen Jörg Haider (Memento vom 27. Februar 2011 im Internet Archive); bzw.: Gerd Hollenstein, in: Ausblicke – Zentrum für Österreichstudien, 2001, Jg. 7, H. 2.
  4. Hubert Gaisbauer: Unverloren - trotz allem. 2000, S. 32.
  5. a b c d e Politische Laufbahn Haiders auf cenjur.de
  6. Die Presse: Aus der Kurve des Lebens getragen, 12. Oktober 2008.
  7. Die Burschenschaft Silvania ist inzwischen in der Jägerschaft Silvania Wien aufgegangen, Haider ist über diesen Weg AH der Jägerschaft Silvania geworden.
  8. DÖW: FPÖ-Zitatsammlung (Memento des Originals vom 2. September 2006 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.doew.at, Zitat ORF-Inlandsreport 18. August 1988 (3.Absatz): „Das wissen Sie ja so gut wie ich, dass die österreichische Nation eine Missgeburt gewesen ist, eine ideologische Missgeburt.
  9. Walter Ötsch: Haider light. Handbuch für Demagogie. Czernin Verlag, Wien: 2000, S. 145
  10. zitiert nach Czernin 2000, S. 31.
  11. Spiegel.de: Haider entschuldigt sich für Nazi-Jargon
  12. Jörg Haider wird erneut BZÖ-Obmann. Am 31. August 2008 auf de.euronews.com
  13. profil (Nr. 40, 39. Jg., 29. September 2008), Interview mit Ewald Stadler: „Immer daran geglaubt“
  14. Kleine Zeitung: Letzte Ehre für Jörg Haider ist ein Staatsakt
  15. VCM 2000, "Startnummer 7928"
    OE1: Haider zu Regierungsverhandlungen bereit (Memento vom 14. März 2009 im Internet Archive)
  16. Kärntnerlied-DVD mit Solist Haider erscheint, oe24.at, 14. Oktober 2008
    Männerdoppelsextett Klagenfurt: Unsere CDs
  17. Kärntnerlieder für "Kärntner in Not", Kleine Zeitung
  18. Haider-Solo als Verkaufshit, Der Standard, 2. Februar 2009
  19. http://www.kleinezeitung.at/kaernten/klagenfurt/klagenfurt/2488712/haider-ausstellung-bringt-minus-rekord.story
  20. Petzner: Haider war zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert. Der Standard, abgerufen am 15. Oktober 2008.
  21. Landeshauptmann und BZÖ-Chef Jörg Haider tödlich verunglückt. Der Standard, abgerufen am 11. Oktober 2008.
  22. Rechtspopulist Haider bei Autounfall getötet
  23. Mit Fahrzeug überschlagen News.ORF.at
  24. Unfall-Rekonstruktion: Jörg Haider und das Geheimnis der Zahl 142, Die Welt vom 14. Oktober 2017 (abgerufen am 30. August 2017)
  25. Ermittlungen zu Haiders Unfall wurden eingestellt
  26. Haider: Als Lambichl zu „Graceland“ wurde, Bericht in Die Presse vom 15. Oktober 2008 (abgerufen am 30. August 2017).
  27. Viele pilgern zu Haiders Unfallstelle, Bericht in Österreich vom 1. November 2008 (abgerufen am 30. August 2017)
  28. Haiders Tod: Noch immer brennen Kerzen@1@2Vorlage:Toter Link/diepresse.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Bericht in Die Presse vom 3. November 2008 (abgerufen am 30. August 2017)
  29. Haider-Begräbnis Wie ein Staatsakt, Der Tagesspiegel, 19. Oktober 2008
  30. Kleine Zeitung, 19. Oktober 2008, S. 2. (online)
  31. Tausende haben um Haider getrauert, Bericht in Österreich vom 15. Oktober 2008 (abgerufen am 30. August 2017)
  32. Österreich: 25.000 Menschen erweisen Jörg Haider die letzte Ehre, Bericht in Die Zeit vom 18. Oktober 2008 (abgerufen am 30. August 2017)
  33. Wappen-Streit in Friaul um Haider-Begräbnis, Bericht in Österreich vom 15. Oktober 2008 (abgerufen am 30. August 2017)
  34. Delegation der Lega Nord kommt zum Begräbnis, Der Standard, 15. Oktober 2008
  35. Archivlink (Memento des Originals vom 13. Oktober 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.news.at
  36. Jörg Haider: Kränze am Kultort und ein Kerzenmeer. In: DiePresse.com. 11. Oktober 2009, abgerufen am 2. Januar 2018.
  37. Feierliche Gedenkmesse für Jörg Haider in Gurk und Enthüllung der Skulptur "Verbindende Hände", Land Kärnten, 25. Jänner 2011
  38. Kärnten skurril: FPK hat "Pflege" von Jörg Haiders Marterl übernommen, Format, 15. Mai 2013
  39. Die Schlacht um Kärnten, Tagesspiegel, 17. Jänner 2010
  40. „Lieber Jörg, bitte hilf uns“, Der Standard, 24. Jänner 2010
  41. „Dr. Jörg Haider Gebetsliga“ war Satire,Der Standard, 31. Juli 2012
  42. Winkler: Haider war „politischer Bankräuber“, Kleine Zeitung, 26. Oktober 2012
  43. Haiders Verklärung - Kärnten Heute, Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010
  44. Jürgens: „Politik macht Liebe zur Heimat qualvoll“, Kleine Zeitung, 11. Juli 2009
  45. Jörg Haiders (1950–2008) letzte Stunden: Das Protokoll einer Verschwörung. Profil, 18. Oktober 2008
  46. Verschwörungstheorien um Haiders Tod: Von Bomben, dem Mossad und K.-o.-Tropfen, News, 29. Oktober 2008
  47. Im Fadenkreuz der Verschwörer, Der Standard, 24. Oktober 2008
  48. Ex-FPÖler Klement vermutet Mossad-Attentat auf Haider, Der Standard, 15. Oktober 2008
  49. Haider-Unfalltod: Verschwörungstheorien rund um Unfalltod boomen im Internet, Der Standard, 17. Oktober 2008
  50. Demokratie und Judenbild: Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, Lars Rensmann, ISBN 978-3-531-14006-3, S. 281.
  51. Archivlink (Memento des Originals vom 13. Januar 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.doew.at
  52. Walter Fanta, Valentin Sima (Hrsg.): „Stehst mitten drin im Land“. Das europäische Kameradentreffen auf dem Kärntner Ulrichsberg von den Anfängen bis heute. Klagenfurt: Drava, S. 100.
  53. Archivlink (Memento des Originals vom 19. Juni 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.n24.de
    http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/06/18/ns-verbrecher/haider-will-keine-auslieferung.html
    http://nachrichten.t-online.de/c/15/38/77/86/15387786.html
  54. Gottfried Korn: Politik und Politiker als Objekte der Justiz. Ein europäisches Problem aus österreichischer Perspektive. In: Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.): Die Kommunikationsfreiheit der Gesellschaft. Publizistik, Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung, Westdeutscher Verlag, 2003, ISBN 3-531-13899-5, S. 263–283 Ausschnitt in Google Books (Zitat S. 274)
  55. Kunst des Saufens und Haiders Stasi-Akt
  56. salzburg24: Haider: Die erbittertsten Gegner
  57. "Rasender Rechtsbrecher"
  58. Süddeutsche Zeitung Online Jörg Haiders Unfalltod: Legende vom heiligen Trinker, 16. Oktober 2008
  59. Big Brother Awards Österreich, Preisträger 2006
  60. Archivlink (Memento des Originals vom 25. November 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at
  61. Archivlink (Memento des Originals vom 25. November 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at
  62. Asylwerber in Kärnten: Einmal Traiskirchen und zurück, Artikel der [Die Presse|Presse] vom 23. Juli 2008
  63. LH Haider: Kriminelle Asylanten sollen in Sonderanstalten untergebracht werden, Presseaussendung BZÖ vom 28. Juli 2008
  64. LH Haider: Sonderanstalt für straffällig gewordene Asylanten eingerichtet, Presseaussendung BZÖ vom 6. Oktober 2008
  65. Klarstellung: Kein UNHCR-Persilschein für Asylquartier Saualm, Presseaussendung UNHCR vom 10. Oktober 2008
  66. Asyl: Katholische Aktion kritisiert „Sonderanstalt“ auf Saualm, Presseaussendung Kathpress vom 9. Oktober 2008
  67. LH Dörfler: Innenministerin hat dringenden Handlungsbedarf (Memento des Originals vom 13. Januar 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at, Artikel auf der Website des Amts der Kärntner Landesregierung
  68. „Mir fällt das Brot aus dem Mund“, Der Falter, 31/10
  69. Anti-Defamation League: Joerg Haider and Saddam Hussein: Not-so-strange Bedfellows (Memento des Originals vom 27. Oktober 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.adl.org, 13. Dezember 2002
  70. Jörg Haiders geheime Geldgeschäfte mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein, Profil, 7. August 2010
  71. Entsetzen über Haiders Besuch bei Saddam, Spiegel, 12. Februar 2002
  72. Saddam-Festnahme: Haider vergleicht Bush mit Saddam, Die Presse, 17. Dezember 2003
  73. LH Haider auf Besuch beim "Türkisch Islamischen Verein für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Villach" (Memento des Originals vom 13. Januar 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ktn.gv.at, Website Land Kärnten 13. März 2007
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  75. Haiders "Ortsbildpflege", Süddeutsche Zeitung vom 15. Februar 2008
  76. a b Interview mit Tom Schaffer (Memento des Originals vom 3. Januar 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.falter.at im Falter vom 22. Oktober 2007
  77. Haider: "Verfassungsgerichtshof wird zur Islamisten-Lobby". In: DiePresse.com. 14. Januar 2008, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  78. Berliner Morgenpost: 27. Februar 2000
  79. Pressespiegel
  80. taz Nr. 6098 vom 21. März 2000.
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  83. Boulevardeske Bettgeschichten. In: Der Standard vom 9. Oktober 2008, ([1])
    Ulrich Weinzierl, Wie Österreich mit Haiders Bisexualität umgeht, in Die Welt vom 20. Oktober 2008 ()
    Markus Huber, Üble Nachrede, in Der Tagesspiegel vom 23. Oktober 2008, ([2])
    Robert Misik, Haider und die Männer, ([3]@1@2Vorlage:Toter Link/www.misik.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
    Marco Schreuder, Fragwürdiges „Doppelleben“? In: Der Standard vom 24. Oktober 2008 (Archivlink (Memento des Originals vom 21. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/seniorinnen.gruene.at)
    Verschwörungstheorien und angebliche Homosexualität. In: Focus vom 24. Oktober 2008 ([4])
    Jan Feddersen, Die Tränen von Stefan Petzner, in taz vom 25. Oktober 2008 ([5])
    Michael Frank, Haiders verschwiegenes Doppelleben. In: Süddeutsche Zeitung vom 29. Oktober 2008, ([6])
    Julia Jüttner, Ramponiertes Gedenken. In: Der Spiegel vom 9. Oktober 2009
  84. Claudia Haider: „Haider: Mein Jörg war nicht homosexuell“. In: Bunte vom 11. Dezember 2008.
  85. «Lebensmensch» Haider – Wort des Jahres. (Memento vom 5. Oktober 2013 im Internet Archive) In: Basler Zeitung vom 11. Dezember 2008
  86. APA/Elke Galvin: Gericht schützt posthum Haiders Privatsphäre. Abgerufen am 19. November 2009.
    APA: Jörg Haiders Privatleben beschäftigt Gerichte. Abgerufen am 19. November 2009.
    oe24.at: Toter Haider gewinnt Sex-Prozess. Abgerufen am 19. November 2009.
  87. profil.at vom 7. August 2010
  88. profil.at vom 31. Juli 2010
  89. google.de
  90. Schweizer Fernsehen - Tagesschau
  91. Rätsel um Haider-Konten geht weiter. Ö1, 2. August 2008
  92. Land schließt sich Birnbacher-Prozess an
  93. Der Standard - Kärnten fordert Honorar Zurück
  94. Profil - … mich hat aber niemand gefragt
  95. orf.at - Martinz und Birnbacher geständig ORF.at 25. Juli 2012
  96. Tiroler Tageszeitung Online: Ex-Chef der BayernLB gesteht Bestechung von Jörg Haider, 27. Oktober 2014
  97. http://kaernten.orf.at/news/stories/2763329/ „Danke Jörg“-Plakat auf Heta-Zentrale, orf.at 17. März 2016, abgerufen 17. März 2016.
  98. "Haider pochte auf Millionen", Kleine Zeitung, 6. Februar 2013
  99. Mehrjährige Haftstrafen im Styrian-Spirit-Prozess vom 8. Februar 2013 abgerufen am 8. Februar 2013
  100. Knalleffekt bei Telekom-Prozess: Ex-Manager belastet Jörg Haider, Der Standard, 22. Mai 2013
  101. Der Jörg hat’s gerichtet, Kurier, 19. Mai 2013
  102. Telekom-Prozess: Rumpold unter Druck, Kurier, 23. Mai 2013
  103. Drei Jahre Haft für Gernot Rumpold und Rudolf Fischer und 600.000 Euro Schadenersatz an Telekom, Der Standard, 9. August 2013
  104. OTS0234 vom 16. Juni 2004/17:03: Rede von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil anlässlich der Überreichung des Großen Goldenen Ehrenzeichens am Bande an Bundesminister Mag. Herbert Haupt sowie des Großen Silbernen Ehrenzeichens am Bande an Landeshauptmann Dr. Jörg Haider; abgerufen am 21. Nov. 2011.
  105. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)

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