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Haben gedruckte Medien eine Zukunft? Ich weiß es nicht.

Sie haben (gegenüber Websites) Vorzüge: Die Qualität der Text- und Bilddarstellung ist nach wie vor wesentlich höher als die auf einem Monitor zu erzielende: Eine Zeitschrift, die sich mit bildender Kunst, Photographie, Architektur ... beschäftigt, ist mir als „web only“-Publikation nicht gut vorstellbar. Eine gedruckte Publikation verlangt strenge Korrektur und stringente Komposition — wenn das Produkt einmal vorliegt kann nicht mehr daran herumkorrigiert oder umarrangiert werden. Fällt dieser Zwang weg lassen es leider auch die meisten Produzenten bei Korrektur und Gliederung ein bißl schleifen. Schließlich ist ein gedrucktes Produkt abseits des Desktop-PCs immer noch besser lesbar als E-Publikationen mit E-Readers aller Sorten. So weit meine zwei Cent.

Gedruckte Medien haben — klaro — auch Nachteile: Das gedruckte Wort ist teuer, nicht nur in der Herstellung sondern zusätzlich noch in der Distribution (und das Thema „Inserate“ kann eins bei kritisch-alternativen Medien — samma uns ehrlich — inzwischen so ziemlich vergessen). Das führt dazu, daß — wenn das Druckmedium überhaupt noch möglich ist — in der Regel bei Weitem nicht alle veröffentlichungswürdigen Texte veröffentlicht werden können. Außerdem sind gedruckte Medien mit einer — sagenwirmal — zweimonatlichen Erscheinungsfrequenz ein bißl „schwerfällig“ und ist eine auch in theoretischen Zusammenhängen mitunter wünschenswerte Aktualität kaum herstellbar.

Ich bin nach wie vor — falls das öknomisch realisierbar ist — für die „Medienkombi“: Ein periodisches gedrucktes Medium als (wenn auch vielleicht schmale, dafür aber hoffentlich solide) Säule der Strukturierung für Redaktion und Leserschaft, eine Website, die nicht bloß das Druckmedium archiviert sondern den zusätzlichen Raum und die zusätzliche Möglichkeit der Aktualität schafft, die dem gedruckten Medium fehlen. Und dann eventuell noch für Freie Radios und/oder den eigenen „Podcast“ produzierte Audio-Programme, die noch einmal andere Gestaltungsmöglichkeiten bieten und möglicherweise andere InteressentInnen finden als die beiden anderen Medien (das läßt sich freilich noch in Richtung Video & Youtube ausdehnen).

Wenn eins schon ein gedrucktes Medium herausgibt und produziert, dann sollte das — wie stets in diesem Hause — zumindest lege artis und mit geeigneten Werkzeugen erfolgen. Mögen die hiesigen Hinweise hilfreich sein!

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